Es trug sich zu an einem Donnerstag. Um genau zu sein war es der 30. Oktober 2008. Eigentlich sogar schon der 31. Oktober. Aber wir wollen mal nicht so kleinlich sein. Jedenfalls fand ich mich, fanden wir uns relativ spät abends in meiner Lieblingsbar in Hamburg zu einem sogenannten Bodenabend ein. Das muss man nicht erklären, was das ist. Ist nämlich egal. Was man wissen muss: ein paar Leute aus der Agentur, ich und Käthe. Wie der Abend da so langsam dahin schritt und sich daran machte, der Nacht die Schicht zu übergeben, trank man also immer mehr und immer mehr. Irgendwann nahm die Menschendichte in der Bernsteinbar immer weiter ab. Bis irgendwann nur noch eine Hand voll Leute auf der Ledersofabank am Fenster saßen. Leider war unser Portemonaie auch irgendwie leer. Unsere Kehlen schrien aber nach mehr. Und hier fängt jetzt die Gewissensnummer an. Den einzig übrig gebliebenen Mann hinter der Bar fragte ich nun, wo denn nochmal der nächste EC-Automat wäre. Wir wollten ja noch weiter trinken. Und er entgegnete mir, dass es ja weit zu laufen sei und ich ihm einfach sagen sollte, was wir trinken wollten. Ich könne ihm das dann ja nächsten Donnerstag wieder geben. Da sei er immer da. Und sein Name sei übrigens Mario.
Ich fand Mario auf Anhieb super. Klar. Nachdem sich nun auch die restlichen drei Finger unserer Hand voll Menschen verabschiedet hatten, saßen irgendwann nur noch Käthe und ich auf dem Sofa. Und Mario. Mit Mario tranken wir also weiter, holten uns nochmal Zigaretten aus dem Automaten vor der Bar. Und saßen bis es langsam morgen wurde, eine Frau wie wahnsinnig ein verlorenes Tütchen Gras auf dem Boden der Bar suchte und wir Mario irgendwann Feierabend machen ließen und durch das leicht heller werdende Dunkel zu Käthe marschierten. Um dort noch mindestens ein paar Stunden vor der Tür und in der Kälte zu hocken. Es war eine tolle Nacht. Vor allem, weil es eben zum Anfang von Käthe und mir gehört und alles, was daraus noch werden sollte.
Und es war auch die letzte Nacht, in der ich Mario gesehen habe. Denn ich habe es einfach vergessen, donnerstags einfach mal wieder in die Bernsteinbar zu gehen und es ihm zurück zu geben. Dabei gehörte er doch, ohne es zu wissen, zu unserem Anfang. Irgendwann später merkte ich auch, warum mir Mario damals so bekannt vor kam. Er heißt nämlich nicht nur Mario sondern auch Cullmann. Oder auch DJ Coolmann. Für alle, die damit jetzt nichts anfangen können. Er ist der erste unten im Video. Der, der nicht Tobi, Bo oder Marcnesium ist. Deshalb heißt mein kleines, schlechtes Gewissenseit dem 31. Oktober also Mario. Und ich trage es mit mir rum. Manchmal nörgelt es auch. Wenn ich an den Anfang in Hamburg denke. Und den Hafen. Und sehr viele Nächte ohne viel zu wenig Schlaf.
Am Wochenende in der Bernsteinbar hat sich Mario auch wieder gemeldet. Nicht in echt. Sondern in meinem Kopf. Deshalb: Mario, der echte jetzt, wenn du mal nach Berlin kommst, dann melde dich. Wir gehen hier was trinken und diesmal geht es auf mich. In Berlin kommt man damit auch ein bisschen weiter als in Hamburg.
wrote that nonsense on November 9, 2009 at 12:41 pm, tagged ♡.
